Angelika Vogelmann

Coaching und Training

Diversitykompetenz


Alle Menschen haben das gleiche Recht auf ein gutes Leben. Auch wenn wir alle individuelle Merkmale, biografische Hintergründe, persönliche Stärken und Schwächen haben, ist in diversen Gesetzen (z.B. Menschenrechte, Grundgesetz, Gleichbehandlungsgesetz, Sozialgesetz) festgeschrieben, dass für alle Menschen die gleichen Grundrechte auf Lebensqualität, Entfaltung und Partizipation gelten. Niemand darf aufgrund z.B. Hautfarbe, Gender, Alter, körperlicher und geistiger Verfasstheit, sozialer Herkunft, Religion oder anderer persönlicher Merkmale diskriminiert werden.

Aber die Realität ist von diesem Anspruch weit entfernt ist. Noch immer sind die Strukturen und Praktiken in unserer Gesellschaft von tradierten, exklusiven Normvorstellungen bestimmt: Der junge, gesunde, weiße, christliche, heterosexuelle Mann aus der Mittelschicht wird in den meisten Lebensbereichen als Norm betrachtet, woraus Machtansprüche abgeleitet werden. Die Chancen, diese vermeintlich neutrale Norm zu erfüllen, sind bei den Angehörigen verschiedener sozialer Gruppen aber grundsätzlich ungleich verteilt, woraus Diskriminierung resultiert: Denjenigen, die aufgrund bestimmter Merkmale als "anders" markiert sind (also z.B. Frauen, People of  Colour, nicht-christliche, nicht-binäre, queere, beeinträchtigte, alte oder arme Menschen) wird Macht vorenthalten.  (Der Begriff "Macht" meint hier: Möglichkeiten, Ressourcen, Teilhabe, Bildung, Einflussname, Mitbestimmung, Selbstbestimmung, Selbstverwirklichung, gesellschaftliche Achtung in Bezug auf sozio-ökonomischen, politischen und kulturellen Status.)

Zugänge zu Ressourcen, Bildung, Partizipation und Selbstverwirklichung werden durch Individuen, Strukturen und Organisationen erschwert oder verhindert. Konkret bedeutet das für viele Betroffene z.B.: Weniger und schlechtere Bildungschancen, schlechtere Lebensbedingungen und Gesundheitsversorgung, geringere Lebenserwartung.

Wer nicht selbst betroffen ist, ist sich der Benachteiligung meist nicht bewusst. Was Privilegien sind, spüren diejenigen am stärksten, denen sie fehlen. So wird z.B. Weißsein von den allermeisten Weißen nicht als Privileg wahrgenommen, sondern vielmehr als Norm, an der (unbewusst) gemessen wird.

Meist überschneiden sich mehrere Diskriminierungskategorien gegenüber einer Person (z.B. Rassismus, Sexismus, Altersdiskriminierung), so dass von Intersektionalität gesprochen wird. Die Wechselwirkungen werden erst in jüngerer Zeit genauer untersucht. Diskriminierung wird jedoch zunehmend als Produkt sozialer Konstruktionen betrachet, welche über die Verteilung von Ressourcen entscheiden.



Was können und müssen wir tun, um eine für alle Menschen faire und gerechte Gesellschaft zu entwickeln?


Auf der individuellen Ebene ist es wichtig, sich mehr und mehr die eigenen Denk- und Bewertungsmuster bewusst zu machen. Vorurteile und Stereotypen haben bestimmte Funktionen. Wenn uns diese klar geworden sind, können wir sie nach und nach abbauen.

Eine neue Haltung braucht auch eine neue Sprache und manchmal auch neues Vokabular, um der differenzierter wahrgenommenen Realität gerecht zu werden. Versuche, sprachliche Diskriminierung abzustellen, sind z.B. gendergerechte Sprache, barrierefreie Sprache, antirassistische Sprache, etc. Dabei werden Wörter und Begriffe, die menschenfeindliche Haltungen und Machtgefälle reproduzieren, durch Begriffe ersetzt, die Kategorisierung aufheben, alle Menschen gleichermaßen einbeziehen und niemanden abwerten.

Solidarität mit Menschen, die Ungleichbehandlung und Diskriminierung erfahren, bedeutet auch, ihre Erfahrung nicht zu verleugnen oder zu bagatellisieren. Ungleichbehandlung muss aufgedeckt und abgestellt werden.

Im Laufe der persönlichen Auseinandersetzung lernen wir, Menschen zunehmend in ihrer Individualität und Komplexität wahrzunehmen, anstatt sie auf einzelne Merkmale zu reduzieren. Es entsteht und verfestigt sich das Bewusstsein, dass wir alle zwar radikal verschieden, aber dennoch gleichermaßen berechtigt sind, ein gutes und selbstbestimmtes Leben zu führen.


Im Diversity-Training gibt es viele theoretische und praktische Impulse, sich über Zuschreibungen, Stereotypendenken, Vorurteile, unbewusste abwertende, diskriminierende Sprache und polarisierendes Verhalten bewusst zu werden.


Auf den strukturellen und institutionellen Ebenen findet Ungleichbehandlung und Diskriminierung häufig verdeckt statt, bzw. ist für Nicht-Betroffene unsichtbar. Damit Organisationen einerseits den gesetzlichen Vorgaben nachkommen und so zu einer verteilungsgerechteren Gesellschaft beitragen, und andererseits die vorhandene Vielfalt auch selbst bestmöglich nutzen können, sind im Bereich der Organisationsentwicklung rechtliche und politische Rahmenbedingungen, organisatorische Strukturen, Normen, Regeln und Routinen sowie die Organisationskultur und kollektive Annahmen diskriminierungskritisch unter die Lupe zu nehmen.

Strukturelle Diskriminierung meint Benachteiligung auf der Ebene gesamtgesellschaftlicher Strukturen.


Im Diversity Workshop kann z.B. an folgenden Fragen gearbeitet werden: Welche Wert- und Normvorstellungen sind vorherrschend in Bezug auf Einfluss, Status, Macht und Hierarchie? Woher kommen diese Konzepte? Welche rechtlichen Konsequenzen ergeben sich daraus? Welchen Einfluss hat die Organisationskultur auf die Haltung der Einzelnen? Wie sind Führungspositionen besetzt? In welchen Bereichen gibt es Ungleichbehandlung und Diskriminierung und womit werden diese legitimiert? Wer hat wozu Zugang und welche Strukturen bilden Barrieren? Wie können Barrieren abgebaut werden, sodass sich möglichst vielfältig Poteniale entfalten können? Was ist nötig, damit die Vielfalt der Perspektiven in der Gesellschaft sichtbar werden? Wie soll unsere Welt von morgen aussehen?


Diversity Management in Unternehmen fokussiert vor allem die Vorteile, die durch Diversifizierung der Belegschaft enstehen: Bessere Nutzung und Bindung von Human Resources, Erschließung neuer Absatzmärkte, Erhöhung der Produktivität, Profitmaximinerung, sowie Steigerung und langfristiger Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit. Agile und diverse Teams sind flexibler und profitieren durch Synergieeffekte, wenn Vielfalt als Ressource, und nicht als Quelle von Komplikationen verstanden wird.

Im Kampf um die besten Talente müssen sich Unternehmen heute flexibler und offener gegenüber Mitarbeitenden mit diversen Merkmalen, Hintergründen, Kompetenzen und Bedürfnissen aufstellen.



Lassen Sie uns im Workshop oder Training auf eine neue Art und Weise miteinander ins Gespräch kommen! Gerne begleite ich Entwicklungsprozesse von sozialen Einrichtungen, Unternehmen und Privatpersonen.

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